Altersgemäß
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Altersgemäß

Altersgemäß…

Das Bett, mein Freund

Ist es normal, dass man sich beim Aufstehen bereits wieder auf den Augenblick freut, abends wieder unter die kuschelige Decke zu schlüpfen, und dann in das Land der Träume hinübergleiten zu dürfen? Ist das ein Zeichen der voranschreitenden Zeit (eine freundliche Umschreibung für das alt werden)?

Ich habe mich mal umgehört im Freundeskreis. In meiner Altersklasse waren sich alle einig. JA, wir freuen uns auf den Augenblick die Matratze wieder unter uns zu spüren!

Menschen verbringen im Durchschnitt ein Drittel ihres Lebens mit Schlafen. Das entspricht in Deutschland etwa 24 Jahren und vier Monaten. In dieser Zeit schlummern wir rund 175.000 Stunden und träumen bis zu 100.000 Mal. Das reut einen dann doch. 24 Jahre!! Was hätte man in dieser Zeit alles Schönes machen können. Reisen, Sport, kreative Tätigkeiten, Freunde treffen, mit der Familie kostbare Stunden verbringen und vieles mehr. Aber wir würden dieses köstliche Gefühl vermissen, wenn man das Schlafzimmer betritt und man wie von einem Magneten angezogen in die Kissen sinkt!

Die Routine, meine Feindin

Routinen sind automatisierte, durch Wiederholung gefestigte Handlungsabläufe. Sie geben uns Struktur und Halt, entlasten das Gehirn, indem sie ständige Entscheidungen überflüssig machen, und senken so das Stresslevel. Gleichzeitig bergen sie die Gefahr, starr zu machen oder zu Langeweile zu führen. So steht es im Internet.

Die erste Routine für die meisten Menschen ist es, noch halb schlafend zur Kaffeemaschine zu wanken und weiter geht es mit anderen festen Gewohnheiten durch den Tag. Ich versuche jedenfalls einer festen Routine zu entfliehen. Frühstück mal am Tisch, mal im Bett, mal im Garten, mal um 9 Uhr, mal um 12 Uhr einzunehmen, den Tagesablauf unterschiedlich aufzubauen, zu ganz verschiedenen Tageszeiten ins Bett zu gehen.

Seniorenalltag: Schlafen mit den Tieren

 Lust auf eine Geschichte? – Erschienen bei story.one.de:

Seniorenalltag

Jeden Tag frühstücken sie gemeinsam. Nicht immer um die gleiche Zeit. Es kommt auf das Tagesbefinden der einzelnen an. Das Wetter spielt auch eine Rolle. Bei Regen bleibt man gerne etwas länger im Bett. Oder der eine oder andere fühlt sich nicht wohl, was im Alter ja mal vorkommen kann. Wenn die Sonne scheint, nehmen die Senioren gerne das Frühstück auf der Terrasse ein. M. muss noch seine Tabletten holen, E. hat noch keinen Lippenstift aufgelegt, S. muss noch schnell ihren Freund O. begrüßen und V. muss eben noch das Morgengeschäft erledigen. So dauert es oft eine Weile, bis alle endlich um den Tisch versammelt sind. Die Frage Kaffee oder Tee, Obst oder Ei oder beides, ist schnell geklärt. M. ist mehr für Obst, E. schließt sich der Mehrheit an, S. bevorzugt kleine Fleisch- oder Wurstportionen, V. entscheidet sich für Fisch. Dieser muss sehr weichgekocht sein, denn er hat nicht mehr alle Zähne und weigert sich, ein Gebiss anpassen zu lassen. So ist es eine bunt gedeckte, reichhaltige Tafel, die für jeden etwas Leckeres bereithält. S. und V. sind beide schon ziemlich dement und es ist manchmal nicht leicht, sich darauf einzustellen. V. zum Beispiel, vergisst oft, dass er bereits gefrühstückt hat und fordert lautstark Nachschub. Man kann ihm nicht böse sein, dem alten freundlichen Herrn. Wenn er mit seinen, auch im Alter noch glänzenden Augen einen ansieht, schmilzt man dahin. E. steht des Öfteren vom Tisch auf, weil keine Servietten da liegen oder sonst etwas fehlt. S. (auch schon etwas dement) läuft immer hinterher, als könne E. auf Nimmerwiedersehen davonlaufen. Das nervt manchmal, aber sie ist eine so liebe alte Dame, dass auch ihr niemand böse sein kann. Sie vergisst meist, sich zu kämmen und ihre Haare stehen wie bei einem Punk zu Berge.

Nach dem Frühstück ist für einige der Senioren Ruhe angesagt. E. und S. lieben es jedoch vorher noch einen kleinen Verdauungsspaziergang zu machen. V. bevorzugt ein Schläfchen im Sessel, gerne auch in der Sonne. M. ist auch einer Ruhepause im Liegestuhl nicht abgeneigt. Es kehrt wieder Ruhe ein im Seniorenalltag. Bis zum Mittagessen, da geht alles wieder von vorne los. Wir sind ein eingespieltes Team.

Seniorenalltag: Frühstücken mit den Tieren

Und hier die Auflösung „who is who“: (Von links nach rechts: S., M., E., V.)