Afrika-Traum

Afrika-Traum

Die Sandmulde am Hang passt sich wie eine Wellnessliege genau meinem Körper an. Die Beine liegen gerade, unter den Knien stützend erhöht. Der Rücken schmiegt sich in die Kuhle, so dass kein Hohlkreuz entsteht. Die Arme halte ich unter dem Kopf verschränkt, die Augen habe ich genüsslich geschlossen. Eine sanfte Brise streichelt meinen Körper und lässt meine lange Haare zärtlich über das Gesicht fahren. Ich öffne die Augen, streiche die Strähne hinter die Ohren und beobachte die unzähligen weißen Wolkenschiffchen, die über den Himmel ziehen. Wie in meinen Kindertagen versuche ich Figuren in den Wolkenbergen zu erkennen. Ein Drache, eben noch feuerspeiend, sich nun auflösend in eine lachende Schildkröte  verwandelnd, bis ich ein Gesicht zu sehen vermeine. Eine große Wolke hat sich vor die Sonne geschoben. Plötzlich friere ich. Das Gesicht hat mir Angst gemacht, ich weiß nicht warum.

Ich löse meinen Blick vom tiefblauen Himmel und schaue hinunter in die Ebene. Eine nicht enden wollende Gnuherde zieht von Süden heran. Wie eine Ameisenstraße wälzt sich der endlose Zug durch die weite Landschaft. Ich höre das wie ein Froschkonzert anmutende  Blöken der Herde. Ich fühle mich geborgen und beschützt.

Die fernen grünen Berge, die Elefanten am Fluss, Zebras, Antilopen, Geparden, Hyänen, Nashörner, Giraffen, alles tummelt sich plötzlich in der Ebene und ich denke: Ich bin im Paradies und ich bin ein Teil davon. Ein großer Friede überkommt mich. Gebannt beobachte ich das Schauspiel, wie tausende von Tieren sich an der Wasserstelle tummeln, sich jedoch nachdem sie ihren Durst gestillt haben, nicht weiter bewegen. Sie warten auf etwas, denke ich.

Am Horizont haben sich enorme Wolkentürme bedrohlich formiert. Die weißen, freundlichen Wolken sind verschwunden und haben einer dunkel blau-violetten Wand Platz gemacht, in der gleißende Blitze zucken. Fernes Donnergrollen setzt ein und der Wind wird heftiger.

Gerade als ich aufstehen will, zieht ein scharfer Wildgeruch an meiner Nase vorbei. Ohne mich umzudrehen weiß ich was mich erwartet. Meinem ersten Impuls wegzulaufen, widerstehe ich und kuschele mich in meine Mulde zurück. Der Geruch ist jetzt ganz nah und ich fühle, mehr als ich ihn sehe, einen dunklen Schatten rechts von mir. Ich sehe nicht nach hinten, aber als er jetzt auf gleicher Höhe mit mir ist, drehe ich den Kopf in die Richtung. Ein gigantischer Schwarzmähnenlöwe läuft langsam, majestätisch, ohne mich eines Blickes zu würdigen, an mir vorüber. Er ist so nah, dass ich sein vernarbtes, sandfarbenes Fell sehen kann. Der Wind plustert seine schwarze Mähne auf, sein Schwanz mit der schwarzen Quaste schlägt aufgeregt von links nach rechts. Ich verspüre nicht die geringste Angst, sondern habe nur Bewunderung für dieses faszinierende, wunderschöne Lebewesen.

Als er stehen bleibt und sein Blick über die Ebene schweift, strecke ich vorsichtig meine Hand aus und berühre seine Flanke. Das Tier fühlt sich warum und weich an. Ich hätte ihn gerne länger gestreichelt, aber er setzt, königlich schreitend, seiner Wirkung bewusst, seinen Weg ins Tal fort. Ich will ihn nicht so ziehen lassen, stehe auf und folge ihm langsam, bis ich an seiner Seite bin.

Meine Hände greifen in seine Mähne und ich schwinge mein Bein über seinen Rücken und setze mich vorsichtig auf ihm nieder. Der Löwe zeigt keinerlei Regung und setzt seine Wanderung fort. Mein Herz jubelt und ich fühle mich frei und glücklich wie noch nie in meinem Leben. Meine Hände streicheln und liebkosen ihn, ich schließe die Augen, werfe den Kopf in den Nacken und stoße einen wilden Schrei aus.

Mit einem Lächeln auf den Lippen erwache ich, meinen eigenen Urschrei noch in den Ohren. Ich versuche weiter zu träumen, das Gefühl der Freiheit und des Glücks noch einmal zu erleben.

In diesem Augenblick klingelt der Wecker und der Zauber ist vorbei.

Ich habe einen anstrengenden Tag vor mir. Ich setze mich auf und knete so gut ich kann meinen schmerzenden Nacken. Die Knie knacken als ich aufstehe. Ich denke mit leisem Bedauern an den Traum, und wie jung ich darin gewesen war. Unter der Dusche fällt mir ein, dass ich irgendwo ein Traumdeutungsbuch habe. Ich finde es ganz hinten im Bücherregal. Neugierig blättere ich bis ich die Erklärung zum Symbol „Löwe“ finde:

„Dieses Tier steht für Erhabenheit, Stärke und Mut …“ „Reiten auf dem Löwen beweist Mut und Durchhaltevermögen. Sie werden alle Schwierigkeiten spielend meistern.“

Ich schließe einen Augenblick die Augen, sehe mich im Traum auf dem Löwen hinunter in die Ebene reiten, fühle sein warmes, weiches Fell und erinnere mich an meinen Schrei.

Ich stehe auf und strecke mich. Es würde ein guter Tag werden!

(c) Evelyn Weyhe

Ein Stück Afrika ist mit mir nach Spanien gewandert…

was man an der Dekoration in Haus und Garten sehen kann. Noch oft wandern meine Gedanken zurück nach Kenia, wo ich 25 gute Jahre gelebt und gearbeitet habe. Meinen Gästen möchte ich gerne ein wenig von dem Afrika Gefühl vermitteln und möchte Euch verwöhnen und Euren Urlaub unvergesslich werden lassen.

Ein „guter“ Tag in Casa Simba, meiner „Afrika-Lodge“ könnte so beginnen:

Ein köstliches Frühstück auf der Terrasse, in der kühleren Jahreszeit im Wintergarten. Es folgt eine entspannende Körpermassage, später Sauna oder Pool, dann locken die unzähligen Sehenswürdigkeiten im Umfeld von Casa Simba. Abends bei einem Glas Wein am Kamin mit der Gastgeberin plaudern, bevor man sich aufmacht die kulinarischen Besonderheiten der Gegend zu erforschen. Ich freue mich über interessante Gäste!

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